
Kommende Termine sind: (Filme werden laufend bekanntgegeben.)
Fr 27. Aug. 2010 - 20.30 Uhr The Cook the Thief His Wife & Her Lover
Billette reservieren - noch nicht möglich
Fr 15. Okt. 2010 - 20.30 Uhr SPECIAL: Vorpremiere...
So 28. Nov. 2010 - 11.00 Uhr SPECIAL: Vorpremiere...
Hinter dem Bild - Ein psychoanalytischer Filmzyklus.
Die drei Phasen eines Filmes:
Wir Menschen gehen oft gerne mit jemandem ins Kino;.
Im Kino sitzen wir aber „allein“ mit dem Film. Anders ausgedrückt, zwischen dem Bildschirm und unseren Augen gibt es für eine gewisse Zeit keine Begleitung mehr. Das Aufnehmen des Filmes ist in diesem Sinne eine „intime“ und einsame Auseinandersetzung zwischen dem Geschehen und unserer Art wahrzunehmen, zu dekodieren, zu verstehen, etc.; dies kann man nach dem betrachten als eine zweite Phase verstehen.
Am Ende des Filmes wird es wieder hell im Kinoraum, aber nicht immer in unseren Köpfen.
Es entstehen Regungen, Emotionen, Fragen, die einen wach halten, beschäftigen, nachdenklich stimmen und manchmal zu Nichteinschlafen führen. Hier setzt eine dritte Phase ein und hier setzt der Filmzyklus hinter dem Bild an.
Die dritte Phase ist diejenige der Lust nach mehr Verständnis, der Lust/des Bedürfnisses nach Fragen an die Begleitung, der Neugierde auf die Meinungen der Anderen. Es ist die Phase eines gewünschten Austausches. Auch Menschen, die allein ins Kino gehen, wünschen sich oft auszutauschen. Es wird beispielsweise nach jemandem gesucht (Der Kinogänger sucht eventuell im Nachhinein jemanden), der den Film gesehen hat oder der den Regisseur gut kennt, damit nachträglich eine Reflexion über den Film stattfinden kann.
Viele Menschen äussern oft den Wunsch nach diesem Austausch, jedoch ohne, dass er einen Echo zu findet.
Die Initianten des Zyklus sind der Meinung, dass Filme ein sehr geeignetes Medium sind, um Emotionen, Fragen, (und Diskussionen) in Gang zu setzen. Filme haben auch eine Sprache, die uns manchmal sprachlos lässt oder die wir gar nicht verstehen. Das Austauschen dient hier als Brücke zu mehr Verständnis, es kann sogar den Film in unseren Köpfen „fertig stellen“, um einen Gedanken von der Gestalttheorie zu plagiieren, der ungefähr so lautet: „ Der Betrachter vollendet das Bild“.
Es geht in diesem Zyklus nicht darum, ein Kunstseminar anzubieten, nicht um Filmgeschichte und auch nicht nur darum, den Film mit Hilfe psychoanalytischer Theorien zu deuten. Es geht darum, einen Raum zu gestalten, in welchem alle Anwesenden frei reden und ihre Meinung äussern dürfen und damit ist man dem psychoanalytischen Raum nahe.
Thorsten Jakobsen, Gérald Personnier und Petra Zell Roth sind die Initiatoren dieses Zyklus. Alle drei sind psychoanalytische Psychotherapeuten und arbeiten in freier Praxis. Alle drei hatten schon lange das Bedürfnis, auch in Basel einen analytischen Filmzyklus zu haben, wie es ihn in einigen Städten in der Schweiz und Deutschland schon gibt. Das besondere an diesen Zyklen ist, dass die Anwesenden nach dem Film ihre Emotionen, Fantasien, Fragen, etc. austauschen können. Nach jedem Film wird/werden eine/einer oder mehrere AnalytikerInnen einen ersten Kommentar geben. Dieser Beitrag ist als Eröffnung der Diskussion zu verstehen. Ihre „Lesung“ des jeweiligen Filmes wird aus ihren freien Assoziationen entstehen und nicht aus einer FilmkritikerInnensicht. Die ersten Beiträge sollen als Ermutigung zum Dialog und zum Austausch dienen.