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CHF 23.90
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D
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Bücher zum Film, weiterführende Literatur
Er verführte die schönsten Frauen, gewann den "Grand Prix d?Eurovision" und provozierte die unterhaltsamsten Skandale: Serge Gainsbourg war Sänger, Texter, Komponist, Schauspieler, Regisseur, Werbefilmer und Schriftsteller in einer Person. Mit dem Song "Je t aime, moi non plus" machte sich Serge Gainsbourg unsterblich, aber auch seine zahlreichen Skandale und Affären hallen bis heute nach. Sylvie Simmons gibt in ihrer Biografie erstaunliche Einblicke in ein atemberaubendes Leben.§Mit einem Vorwort von Jane Birkin.
Heyne Verlag | 319 Seiten.
LESEPROBE:
Das ist einfach geschmacklos!" Während ich auf dem engen Bürgersteig stehen bleibe, um die Kunstwerke an der Außenwand des Hauses Nummer fünf in der Rue de Verneuil zu fotografieren, drängelt sich eine makellos frisierte alte Dame mit einem zu ihr passenden Mini-Hündchen an mir vorbei. Das kümmerliche Tier demonstriert Verbundenheit mit seiner Herrin, hebt eines seiner winzigen Hinterbeinchen und hinterlässt einen dünnen Strahl Hunde-Urin auf dem gedrungenen Gesicht, das irgendjemand liebevoll auf ein freies Mauerfleckchen in der Nähe des Bodens gemalt hat. Die Straße liegt in Paris in der Gegend von Saint-Germain, einen Steinwurf von der Seine entfernt. Es ist eines jener Stadtviertel, in dem die kleinen Läden alte Meister und beängstigend teure Antiquitäten zum Kauf anbieten. Die Anwohner dieser gediegenen Straße ließen die Wand vor wenigen Monaten auf eigene Kosten reinigen. Sie haben jedoch nichts weiter erreicht, als dass irgendjemand nachts vorbei schlich und einen neuen Spruch ansprühte, der den Startschuss für die nächste Runde markierte.§Auch mehr als zehn Jahre nach dem Tod von Serge Gainsbourg führen die übereinander liegenden Malereien und Graffiti, die immer noch jeden Millimeter der Außenwand seines kleinen zweistöckigen Hauses bedecken, ein ausgeprägtes Eigenleben. Mittlerweile sind sie Thema einer eigenen Internetseite und füllen einen ganzen Bildband. Ein kräftig gewürzter und gut durchmischter Salat aus Farben, Stilen und Sprachen mit Liebesbotschaften neben Wortspielen und Gedichten. Comicartige Karikaturen des Künstlers drängen sich an realistische Porträts und phallische Strichzeichnungen. Überdies kommt eine metaphysische Debatte über die Existenz der Seele nach dem Tod zu dem Schluss, Serge könne gar nicht tot sein, sondern sei in den Himmel aufgestiegen, wo er zur Rechten des haschischrauchenden Gottes sitzt. Wäre es nicht ohnehin sein Haus gewesen, Gainsbourg hätte sich hier sicherlich absolut heimisch gefühlt.§Als er am 2. März 1991 knapp einen Monat vor seinem dreiundsechzigsten Geburtstag in seinem Schlafzimmer starb, trauerte ganz Frankreich. Brigitte Bardot, die mit ihm geschlafen hatte, hielt eine Grabrede; Präsident Mitterand, der dies nicht getan hatte, hielt ebenfalls eine. Er war "unser Baudelaire, unser Apollinaire", sagte der erste Mann des Staates. "Er erhob das Lied in den Rang der Kunst." Die Flaggen wehten auf halbmast. Ein Symbol, das dem Popgenie weit weniger entsprach, als jene Gitanes-Päckchen und Flaschen voll Whisky und Pastis, die von den vielen Menschen, denen es gelungen war, die Polizeiabsperrungen rund um die Rue de Verneuil zu überwinden, als Zeichen ihrer Verehrung hinterlassen wurden.§"Frag irgendjemanden in Paris", sagt Nicolas Godin von der französischen Popgruppe Air, "und alle können sich an das erinnern, was sie gerade taten, als sie hörten, dass Gainsbourg gestorben war. Es war ein richtiger Schock. Denn er war immer da, ein Teil unserer Kultur. Ständig war er im Fernsehen und machte etwas Verrücktes. Er war ein Poet. Er war ein Punk. Und er wollte Whitney Houston vögeln."§Der Mann, der aussah wie eine elegante Schildkröte, die man mit einem obszönen, kettenrauchenden Wolf gekreuzt hatte, war außerdem Sänger, Songwriter, Gewinner des Grand-Prix-d'Eurovision, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchschreiber, begnadeter Filmkomponist, Fotograf, Künstler, Schriftsteller, Intellektueller, Populist, Provokateur, Clown, Gefühlsmensch, Liebhaber, Trinker und der Mann, der im Alleingang den französischen Pop befreite.§"Ich möchte dich vögeln." Jenes berüchtigte Angebot des triefäugigen, damals sechsundfünfzigjährigen an seinen Mitgast Whitney Houston in perfektem Englisch live und zur besten Sendezeit in einer Familienshow vorgetragen, verband alle seine Obsessionen: Doch obwohl - oder gerade weil - er sich absolut den Zigaretten, dem Alkohol, der Sinnlichkeit und der Provokation verschrieben hatte, war sein musikalis